Hua Shan Gebirge

Atemberaubende Aussichten zwischen steilen Felswänden von einem der fünf heiligen Berge Chinas: Das wollte ich mir auf einer echten China-Rundreise nicht entgehen lassen. Insbesondere, weil das heilige Gebirge doch für chinesische Verhältnisse nur einen Katzensprung von der berühmten Terrakotta-Armee Xians in der Provinz Shaanxi entfernt liegt. Der Berg lockt seine Bezwinger zu Recht. Touristen können den Ausflug im Rahmen eines Tourangebotes antreten, das von verschiedenen Hostels oder Hotels organisiert wird, oder sich in einem der preisgünstigen öffentlichen Touristenbussen auf den Weg zum Hua Shan machen, die regelmäßig vor den Bahnhof Xians abfahren. Auch zahlreiche private Minibusse warten in Xian auf Fahrgäste.

Das Hua-Shan-Gebirge lockt mit atemberaubenden Aussichten

Und so saß ich frohen Mutes an einem Sonntagmorgen im öffentlichen Touristen-Bus von Xian zum Hua-Shan-Gebirge. Rund zwei Stunden dauerte die Reise an den Fuß des Berges, wo schon ein gewisser Andrang an den Tickethäuschen herrschte. Ja, der Berg Hua Shan ist nicht ganz billig. Schnell wurde mir ebenfalls klar, dass Sonntage während der chinesischen Schulferien nicht der geeignete Tag für derartige Unternehmungen sind, da man sich den heiligen Berg mit gefühlten Millionen Chinesen in Urlaubsstimmung teilt. Natürlich gehört es als Westeuropäer mit zum Programm, dass man immer wieder höflich nach seiner Herkunft gefragt wird, Fotos mit neuen netten chinesischen Kurzzeitbekannten schießt und die eine oder andere Hand neugierig den Stoff der eigenen Regenjacke befühlt.

Doch die atemberaubende Aussicht bleibt, egal ob man sich dazu entscheidet, den Gipfel per Seilbahn in einer Gondel mit schwindelerregenden Ausblicken zu erreichen oder die Stufen des sehr steilen Soldiers-Trails als Herausforderung auf dem Weg zum Ziel wählt. Festes Schuhwerk ist dabei in jedem Fall empfehlenswert, wenngleich Chinesinnen auch in High Heels und mit Handtasche in der Hand ihre echte Kämpfernatur auf dem steilen Pfad nach Oben unter Beweis stellen.

Mit der Seilbahn auf den Gipfel

Empfehlenswert ist es für Fitness-Muffel, die Seilbahn nach oben zu nehmen und sich am Soldiers-Trail beim Abstieg zu versuchen. Und selbst da freut man sich an einigen Stellen sehr, sich an die Ketten klammern zu können, die als Auf- und Abstiegshilfe angebracht worden sind. Höhenangst ist zu jedem Zeitpunkt fehl am Platz. Steile Abgründe und die phänomenale Aussicht lösen Freiheitsgefühle aus und lassen den Betrachter die Mächtigkeit des Gebirges spüren.

Sollte viel Andrang an Seilbahn und an gastronomischen Einrichtungen am oberen Endpunkt der Seilbahn herrschen, so verlieren sich die Massen doch auf einem acht-Stunden-Rundweg über Bergpfade zu mehreren Gipfeln bis in über 2000 Meter Höhe. Der Nordgipfel auf etwa 1500 Metern Höhe ist nach etwa zwei Stunden Wanderung erreicht und eignet sich als Ziel eines Tagesausfluges. Will man mehr Zeit auf dem Hua Shan verbringen, kann man zum Mittleren Gipfel sowie zu den West- und Südgipfeln weiter wandern und auch in eines der zahlreichen Gasthäuser über Nacht einkehren. Hostelbetten und Hotelzimmer sind gleichermaßen vorhanden. Sonnenaufgänge lassen sich übrigens sehr gut vom Mittleren und Ost-Gipfel bewundern. Und wie bei fast allen Attraktionen in China lohnt es sich für Studenten, einen internationalen Studentenausweis dabeizuhaben, um bei den doch nicht ganz günstigen Eintrittspreisen für den Berg und eventuell für die Seilbahn ein bisschen zu sparen.